Ein Strauss von Massnahmen für den Wald

Ein Strauss von Massnahmen für den Wald

Weinbauer Jürg Strauss kennen wir von unserem gemeinsamen Rebberg-Projekt in Rickenbach her. Im aktuellen Projekt wertet er auch seinen Wald auf: Mit dem Förster zusammen hat er Biotopbäume ausgeschieden und wird einen Wassergraben so einstauen, dass Unkentümpel entstehen. Am Waldrand hat er mehrere Kleinstrukturen zwischen den Hochstamm-Obstbäumen angelegt: die Kombination von Astmaterial und Lesesteinen ist ein willkommener Unterschlupf für Kleintiere. Im Winter werden zwecks Aufwertung des Waldrands selektiv einige häufige Bäume entnommen und so die Strauchschicht mit Licht und Platz gefördert. Das anfallende Holzmaterial wird wiederum für Kleinstrukturen im Übergangsbereich hin zur offenen Ackerfläche verwendet.

 

 

Leben zwischen Feld und Wald in Wermatswil

Leben zwischen Feld und Wald in Wermatswil

BirdLife Zürich hat dem Schwerpunkt «Breite Übergänge Wald – Kulturland» das Ziel, die Vielfalt an Arten zu fördern, welche vom Lebensraum am Übergangsbereich zwischen Wald und Kulturland abhängig sind. In Wermatswil auf dem Land der Familie Sägesser arbeiten wir an einem solchen strukturreichen Lebensraum zwischen Wald und Offenland: es werden Waldbereiche, Waldränder und das angrenzende Kulturland  mit verschiedensten Massnahmen ökologisch aufgewertet werden, um struktur- und artenreiche, verzahnte und mosaikartige breite Übergangsbereiche zu erhalten.

 

In diesem Frühjahr sind erste Umsetzungen im Kulturland erfolgt: wärmebegünstigte Stein- und Sandstrukturen, Ruderalflächen im Obstgarten, Asthaufen, Steinlinsen und magere Kraustäume sind entstanden. Flankiert werden die Massnahmen von verschiedenen Nisthilfen für die verschiedenen Zielarten der Vögel und Unterschlüpfe für Fledermäuse.

 

Die weitere Finanzierung ist im Gang, wir hoffen, im Spätherbst auch die Aufwertungen am Waldrand und im Wald umsetzen zu können. Am Projekt beteiligen sich bisher die Familie Sägesser, die Gesellschaft für Natur und Vogelschutz Uster GNVU, die Stadt Uster, der kantonale gemeinnützige Fonds und BirdLife Zürich.

 

 

Ein Haus für Schwalben auf der Forch

Ein Haus für Schwalben auf der Forch

Seit mehreren Jahren brüten zahlreiche Mehlschwalbenpaare an einem Privathaus auf der Forch. Dabei besiedeln die Vögel nicht nur fensterlose Fassadenabschnitte, sondern auch heiklere Fronten und strapazieren so zunehmend die Nerven der Hausbesitzer. In einer gemeinsamen Aktion zwischen Besitzer, lokalem Naturschutzverein, der Gemeinde und BirdLife Zürich wurde nun vereinbart, dass die heiklen Fassadenfronten abgesperrt werden und stattdessen ein Schwalbenhaus als Ersatz angeboten wird. Vor gut zwei Wochen wurde das Schwalbenhaus nun aufgestellt und mit einer Anlockvorrichtung versehen. Wir hoffen auf eine baldige Besiedlung und danken allen Beteiligten herzlich!

 

 

Aescher Glögglifrosch-Weiher eingeweiht

Aescher Glögglifrosch-Weiher eingeweiht


Der NVV Lerche Aesch hat am Aescherbach zusätzlichen Lebensraum für die Geburtshelferkröte geschaffen: mit einem Weiher, der auch dem Fadenmolch und der Gelbbauchunke dient. In einem Gemeinschaftsprojekt zwischen Gemeinde, BirdLife Zürich und dem Naturschutzverein hat Werner Hauenstein ein ablassbares Amphibiengewässer geschaffen, das im Herbst jeweils entleert und somit von Fressfeinden der Amphibien befreit werden kann.

 

 

«Flachdach»-Kiebitze werden zu Bruten auf Äckern motiviert

 

In den letzten Jahren haben sich immer wieder 2 Kiebitzpaare auf einem Flachdach in der Gossauer  angesiedelt. Bis zum Schlüpfen der Jungvögel ist das jeweils ein perfekter Nistplatz, doch die Küken, die selbständig Nahrung suchen, haben ein Problem: nsbesondere bei trockener Witterung trocknet das Dachsubstrat schnell aus und Wirbellose im Boden ziehen sich in tiefere Schichten zurück und werden so unerreichbar für die Schnäbel der jungen Kiebitze. Der Hungertrod droht.

 

Daher versucht nun das Kiebitzteam, das Flachdach mit Netzen als Brutplatz unattraktiv zu machen und so zur Suche eines anderen Standorts zu veranlassen.  Gleichzeitig schützt Kiebitzteam nach wie vor Nester auf den Äckern mit einem Zaun und versucht,  die Lebensbedingungen im Ackerland punktuell zu verbessern.

 

Mehrfach hat das Kiebitzteam iin den letzten Jahren Jungkiebitze auf umliegende Landschiwrtschafts-Flächen umgesiedelt. Dort konnten die Altvögel ihre Küken theoretisch zu besseren Nahrungsgründen führen. Jedoch konnten die umgesiedelten Vögel nicht mehr festgestellt werden. Daher sollen nun unsere «Flachdach»-Kiebitze prophylaktisch zu Bruten auf den Gossauern Äckern motiviert werden, indem das verhängisvolle Flachdach als Brutplatz verriegelt wird.

 

 

Es wird wieder für Licht gesorgt

Es wird wieder für Licht gesorgt

Unsere Projekte am Übergang zwischen Wald und Feld gehen weiter: in Wermatswil planen wir, mit welchen Massnahmen wir den Übergang zwischen dem extensiven Offenland hin zum geschlossenen Wald strukturreich gestalten wollen. Zu diesem Zweck konnten wir mit dem Stadtförster die Massnahmen im Wald definieren und die Bereiche anzeichnen, die ausgeholzt werden, welche Bäume geschont und als Biotopbäume stehen bleiben und wo der künftige Laubfrosch-Teich entstehen soll.

 

 

Selektive Nachpflege am Waldrand

Selektive Nachpflege am Waldrand

 

In den Hundschilen in Bauma wurden in den letzten Monaten entlang von vier Seillinien Bäume entnommen und so Platz und Licht im Wald geschaffen. Das angrenzende Offenland konnte strukturreich gestaltet werden: Gebüschgruppen aus Wildrosen, dornenreiche Hecken mit verschlungenen Asthaufen und einige Hochstammobstbäume bereichern den Bereich, den wir als übergang zwischen offenem Kulturland und geschlossenem Wald anstreben.

 

Beim Augenschein nach den abgeschlossenen Holzereiarbeiten wurde klar, dass bereits in diesem Winter ein Pflegeeingriff erfolgen soll: liegendes Astholz als Überbleibsel der Holzerei soll von den besonders mageren und lichten Standorten entfernt und an schattigen Stellen aufgeschichtet werden. Rasch wachsende Jungbäume und der Aufwuchs von häufigen und schnellwachsenden Sräuchern werden bereits entfernt, um Platz zu schaffen für die seltenen Arten. Da und dort wird auch die Grasschicht niedrig gehalten, um den Blütenpflanzen, welche nun erstmals genügend Licht haben, eine Chance zu geben.

 

Die Pflegearbeiten sind mindestens so wichtige wie die anfänglichen Holzerei-Arbeiten und werden in den nächsten Jahren je nach Bedarf und örtlich selektiv weiter geführt.

 

 

Hecken zur Pflege gesucht

Hecken zur Pflege gesucht

 

Gesucht sind Hecken, die mit einem geübten Blick und zielgerichtetem Einsatz zu wertvoll(er)en Lebensräume verwandelt werden können.

Die Heckengruppe von BirdLife Zürich bietet Beratung und tatkräftige Unterstützung bei:


  • der Pflege von verwahrlosten, schwierigen Hecken mit Potenzial

  • der Aufwertung von Hecken mit Kleinstrukturen, seltenen Sträuchern, etc.

  • der Beratung zur zielgerichteten Pflege

  • Heckenpflanzungen




Folgende Bedingungen setzen wir dabei voraus:


  • ein*e motivierte*r Bewirtschafter*in (Bauer, Privater, Werkhof) kann die Pflege längerfristig und regelmässig sicherstellen

  • der beteiligte Verein darf sich auch künftig mit Vorschlägen zur Pflege einbringen

  • der/die Bewirtschafter*in beteiligt sich beim Einsatz mit einer Eigenleistung: sei es mit Arbeit oder Maschineneinsatz, mit einer Verpflegung oder auch mit einem finanziellen Beitrag


Wir vermitteln gerne Leute aus der Heckengruppe für Projekte mit einem motivierten Verein und Bewirtschafter. Interessierte melden sich bei Mathias Villiger, mathias.villliger[at]birdlife-zuerich.ch oder per Tel. 044 461 65 60

Nach dem Holzen das Aufräumen

Nach dem Holzen das Aufräumen

 

In den Hundschilen in Bauma wurden in den letzten Monaten entlang von 4 Seillinien Bäume entnommen und so Platz und Licht geschaffen. Parallel dazu sind im Offenland Strukturen wie artenreiche Hecken, Asthaufen und Hochstammobstbäume entstanden. Nun geht es darum, die Nachpflege als essentiellen Bestandteil des Projekts zu organisieren: Heckensträucher, welche die trockenen Frühling nicht überlebt haben, werden ersetzt, Astmaterial von den Holzereiarbeiten wird aus den mageren Standorten entfernt und zu Totholzhaufen geschichtet und bereits werden erste raschwüchsige Straucharten in den offenen Bereichen zurückgeschnitten, um einerseits seltene Sträucher und die Krautschicht mit lichtbedürftigen Blumen und Gräsern zu fördern.

 

 

Gelungenes Naturfest zum Kampagnen-Abschluss von «Vögel im Aufwind»

 

Auf dem TCS-Parkplatz im Gfell bei Sternenberg haben wir unsere Festzelte für den Abschluss von «Vögel im Aufwind» aufgeschlagen. Dies, weil der Ort in unmittelbarer Nähe des Töbeli liegt – dem Ort, wo wir unser erstes Projekt zu den Breiten Übergängen zwischen Wald und Offenland realisieren konnten. Der anfängliche Regen, durchsetzt mit Sturmböen, welcher der Laune beim Aufstellen des Festmobiliars nicht eben förderlich war, liess dann mehr oder weniger pünktlich auf den ersten Rundgang im Töbeli hin nach.


Revierförster Rolf Stricker, wichtigster Projektpartner im Töbeli-Projekt, führte die Exkursionsschar mit der Sicht des Försters, aber auch des Schmetterlings-Fans quer durchs Projektgebiet. Mathias Villiger von BirdLife Zürich machte klar, dass nach den umgesetzten Holzereiarbeiten und den angelegten Strukturen im Offenland nun die erste Projektetappe abgeschlossen ist.

Interessant wird auch die 2. Phase: wie entwickeln sich die ausgelichteten Schneisen? Wann wird der Frühlingsscheckenfalter auftauchen? Werden Brombeeren wuchern oder sich eine grasartige Krautschicht entwickeln? Kann gar der Baumpieper wieder nachgewiesen werden? In dieser nächsten Etappe wird es darum gehen, die geschaffenen Lebensräume zu pflegen und deren Entwicklung mit gezielten Pflegeeingriffen in die gewünschte Richtung zu lenken. Zudem werden Höhlenquartiere für das Braune Langohr und die Fransenfledermaus angeboten sowie einige Nistkästen für den Trauerschnäpper. Life Zürich wird das Gebiet in ein paar Jahren dem interessierten Publikum gerne wieder zeigen.


Wer lieber den Sternenbergen Mehlschwalben einen Besuch abstatten wollte, konnte sich im Schindlet ein Bild dieser an der Scheune des Bauernhofs brütenden Vögel machen. Unter der Leitung von Janine Leuthert und Kathrin Jaag von BirdLife Zürich konnten die Exkursionsgäste ein reges Anfliegen der Nester beobachten und im Stall nebenan auch die Schwesterart der Mehlschwalbe, nämlich der Rauchschwalbe beim Füttern der Jungvögel zuschauen.

Eine zweite, verkürzte Runde ins Töbeli bot den eiligeren RundganteilnehmerInnen einen Einblick ins Gebiet. Zeitgleich führten die Kollegen vom Verein LandschaftFreundschaft in die Rüsselweid: dort hatte der Verein vor einiger Zeit Fördermassnahmen für das Glühwürmli umgesetzt. Unter anderem konnte unter fachkundiger Leitung die reichhaltige Flora bewundert werden, welche als Lebensraum für das Glühwürmli eine essentielle Basis darstellt.

Trotz sporadischer Regenfälle herrschte eine heitere Feststimmung - Speis und Trank trugen zum leiblichen Wohl bei. Jürg Strauss, einer unserer «Projekt-Winzer» aus Rickenbach, servierte einen exquisiten Querschnitt durch sein Biowein-Angebot. In seinen Rebbergen hat BIrdLIfe Zürich in den letzten Jahren diverse Aufwertungen umgesetzt und Strukturen für Zauneidechse, Wendehals und Hänfling geschaffen. Wir danken allen Helferinnen und Helfern herzlich für den engagierten Einsatz!

Blühender Rebberg

Blühender Rebberg

 

Dass Fahrgassen in Rebbergen nicht nur artenarm und kurz gemulcht sein müssen, lässt sich aktuell im Hengstbüel in Oberstammheim beobachten. Hier hat BirdLife Zürich zusammen mit Rebbauer Strasser in diesem Frühjahr zahlreiche Massnahmen zur ökologischen Aufwertung des Rebbergs durchgeführt. Steinstrukturen, Dornsträucher, zwei Trockenmauern und artenreiche Einsaaten lassen neue Lebensräume entstehen und das Leben im Rebberg spriessen. Wir sind gespannt, welche botanischen oder faunistischen Überraschungen noch auftauchen werden!

 

 

Lichtkorridore im Baumer Wald

Lichtkorridore im Baumer Wald

 

Der Grossteil der Massnahmen des Projekts zur Schaffung von breiten übergangsbereichen zwischen Wald und Offenland in der Hundschilen in Bauma ist umgesetzt. Mehrere Schneisen, in denen zum Teil umfangreich ausgelichtet wurde, sind entstanden. 

 

Auf einem Streifzug mit Annabarbara Gysel vom Toessthaler haben Förster Jürg Küenzi und Mathias Villiger von BirdLife Zürich das Projektgebiet begutachtet und die verschiedenen Massnahmen erläutert. Ein viel versprechender Lebensraum entsteht. Jetzt gilt es, dessen weitere Entwicklung im Auge zu behalten und zu gegebener Zeit gezielte Pflegemassnahmen in Angriff zu nehmen.

 

Zum Text im «Toessthaler» vom 5. Juni 2020 (PDF, 345 Kb)

 

 

Kiebitzli umgesiedelt

Kiebitzli umgesiedelt

In Gossau brüten regelmässig Kiebitze auf einem Industrieflachdach. Das Dach ist bis zum Schlupf der jungen Kiebitze ein relativ sicherer, störungsarmer Brutplatz. Sobald aber die Küken da sind, beginnen die Schwierigkeiten: insbesondere bei trockener Witterung trocknet das Dachsubstrat schnell aus und Wirbellose im Boden ziehen sich in tiefere Schichten zurück und werden so unerreichbar für die Schnäbel der jungen Kiebitze. Der Hungertrod droht.

 

BirdLife Zürich und Ehrenamtliche siedeln daher seit mehreren Jahren Jungvögel auf umliegende Landschiwrtschafts-Flächen um. Dort können die Altvögel ihre Küken zu guten Nahrungsgründen führen. Ob die Kiebitzfamilie in der Gossauer Ebene überleben wird, ist ungewiss. Das Kiebitzteam versucht, das weitere Schicksal der Kiebitze so gut wie möglich zu verfolgen.

 

 

Hecken: Mehr als Sträucher und Gebüsch

Hecken: Mehr als Sträucher und Gebüsch

2019 widmen wir uns verstärkt dem letzten Kampagnen-Schwerpunkt «Heckenvögel». Eine Gruppe von bisher 14 Personen wird sich ab diesem Spätsommer fundiert mit Hecken auseinandersetzen und weiterbilden: Hecken als Lebensraum, Artenkenntnisse, Pflege und Unterhalt, Kosten und Beiträge, Vernetzung. Mit dieser Heckengruppe wollen wir in den nächsten Jahren bestehende Hecken zu ökologisch hochwertigen Lebensräumen machen: mit gezielten Aufwertungen, selektiver Pflege und zusätzlichen Strukturen.

 

Wer sich für eine Mitarbeit in der Heckengruppe interessiert, meldet sich unverbindlich bei Mathias Villiger:  mathias.villiger[at]birdlife-zuerich.ch oder per 044 461 65 60.


Ab Winter 2019/20 suchen wir daher Naturschutzvereine, die in Absprache mit Hecken-Bewirtschaftern (Landwirten, Privaten) geeignete Heckenobjekte zur Verfügung stellen und mit anpacken wollen. Diese Zusammenarbeit soll zu mehr Vielfalt in unseren Hecken beitragen und die Basis ihre zielgerichtete Pflege legen. Damit sie ihr Potenzial aus schöpfen und unsere Landschaft als ökologisch wertvolle Lebensräume bereichern können. Wer in seiner Gemeinde ein mögliches Heckenprojekt und interessierte Landwirte hat, soll sich doch bitte bei Mathias Villiger melden.

Ökologische Aufrüstung in Bauma

Ökologische Aufrüstung in Bauma

Revierförster Küenzi bespricht mit Projektleiter Villiger die Holzereimassnahmen und die Koordination mit den künftigen Aufwertungen auf der Wiese. Es ist Februar 2019. Wir haben das zweite Pilotprojekt im Grenzbereich zwischen Wald und Kulturland in Bauma am Laufen: in den Hundschilen wird aktuell mit einer Seillinie geholzt mit dem Ziel, offene und lichte Bereiche im bisher dichten Wald zu schaffen. Komplementär dazu wird das Kulturland ökologisch aufgerüstet: Mit der Pflanzung von Hochstämmern, artenreichen Hecken und einigen Kleinstrukturen soll auch das Offenland vielfältiger werden. Diese Massnahmen müssen in enger Absprache mit dem Bewirtschafter und dem Revierförster geplant werden. Nur wenn sie auch in die Bewirtschaftung des Landwirtschaftsbetriebs passen, werden sie auch längerfristig ihre Funktion als Horte der Vielfalt erfüllen können. Sind die Pflanzungen mal erfolgt, sollen sie sich in Kombination mit dem offenen Wald zu einem Übergangs-Lebensraum entwickeln, wo die Grenzen zwischen Wald und Offenland verschwimmen und mosaikartig unterschiedlichste Nischen bietet.


Das andere Projekt, jenes im «Töbeli» in Sternenberg, geht dieses Jahr bereits in die zweite Runde. Die Crew von «Bachmann Forst» der hat Ende Januar die 2. Seillienie in Angriff genommen.

Es werde Licht: Die erste Seillinie ist ausgeholzt

Es werde Licht: Die erste Seillinie ist ausgeholzt

Mit einem Seilkran hat der Forstunternehmer «unsere» erste Seillinie im Töbeli in Sternenberg ausgeholzt. Im Minutentakt bringt der Kran erstaunliche Mengen an Bäumen, die entlang der Seillinie gefällt wurden. Zurück bleiben offene Schneisen, die so kurz nach dem Eingriff noch ziemlich radikal wirken, aber so gewollt sind. Gespannt werden wir verfolgen, was wie schnell in den hellen Schneisen spriessen wird: Wie schnell können sich angrenzende Bäume in den Schneisen versamen? Werden da und dort sonnenhungrige Pflanzenarten auftauchen, die nun endlich mehr Licht erhalten? Oder werden Brombeeren diese offenen Flächen in Beschlag nehmen? Je nachdem wird eine Nachpflege dieser ausgelichteten Korridore früher oder später fällig werden. Im Lauf der nächsten Winter wird das Holzen auf den Seillinien zwei bis fünf folgen und so nach und nach einen Lebensraum schaffen, den wir anstreben: Offene, struktur- und randlinienreiche Übergangsbereiche zwischen Wald und Offenland. Damit typische Tagfalter, geheimnisvolle Fledermäuse und selten gewordene Vögel wieder mehr Lebensraum erhalten.


Das Projekt in Sternenberg ist eines von zwei Pilotvorhaben, das wir im Kanton umsetzen. Das andere Projekt setzen wir in Bauma um. Wir sind gespannt, wie sich die Massnahmen entfalten und ob wir diese Art von Eingriffen an weiteren Standorten anwenden können.

Weder Wald noch Wiese

Weder Wald noch Wiese

Heute verläuft die Grenze zwischen Wald und Wiese abrupt, messerscharf; oft geht eine Wiese ansatzlos in geschlossenen Wald über. Brutvögel der Übergänge zwischen Wald und Kulturland verschwinden zunehmend aus unserem Kanton. Die Bestände der Arten der offenen, von Licht durchfluteten Wälder und der fliessenden Übergänge zwischen Offenland und Wald haben stark abgenommen oder stagnieren auf tiefem Niveau. Arten wie Gartenrotschwanz, Fitis, Wendehals, Wiedehopf oder Grauspecht sind Beispiele von selten gewordenen Arten, die auf offenere Wälder angewiesen wären, um stabile und genügend grosse Bestände zu bilden.


Diesen fast verschwundenen Lebensraum wollen wir nun konkret fördern. Am ersten Projektstandort ist es bald soweit: Die erste Seillinie im Töbeli Sternenberg wird diesen Winter ausgeholzt. Das Auffahren des Seilkrans markiert somit den Startschuss des Lebensraumprojekts, das den Bereich zwischen geschlossenem Wald und offener Kulturlandschaft in Szene setzt. Im Töbeli Sternenberg haben wir dank Revierförster Rolf Stricker und Waldbesitzer Peter Rufibach die Möglichkeit, über sechs Jahre hinweg fünf Seillinien zu legen und entlang dieser zwischen 30 und 60 Prozent des Holzbestands zu entnehmen. Dabei werden Biotopbäume, Specht- und Horstbäume sowie seltene Arten geschont und da und dort auch Totholzbäume stehen gelassen. Im Kulturland tragen Hochstamm-Obstbäume und Heckenelemente dazu bei, die Grenze zwischen Wald und Offenland struktur- und artenreich aufzulösen.


Natürlich ist einige Dynamik im Lebensraum: Ohne regelmässige, dem Standort angepasste Nachpflege würden schnell wachsende und nicht erwünschte Baumarten schnell wieder Überhand nehmen. Oder Brombeeren, mit denen wohl jede/r NaturschützerIn bei Pflegeeinsätzen schon zu kämpfen hatte. Daher werden die ausgeholzten Korridore gerade auch im Hinblick auf Neophyten beobachtet, um so bei Bedarf rechtzeitig wieder eingreifen zu können. In der Nachbarschaft des Töbeli ist auch der Verein Schmetterlingsförderung aktiv. Mit Auslichtungen und Waldrand-Aufwertungen werden ebenfalls hochwertige Lebensräume, primär zu Gunsten der Tagfalter, geschaffen. Diese spannenden Massnahmen ergänzen wir im Gebiet mit unserem Projekt, das in dieser Eingriffstiefe von mehreren hundert Metern im Wald so bisher noch nicht umgesetzt worden ist.


Wird sich eines Tages der Baumpieper wieder blicken lassen? Oder werden wir dereinst die Fransenfledermaus beim Jagen nachweisen können? Werden dem Frühlingsscheckenfalter die neuen Habitatstrukturen gefallen? Auf jeden Fall danken wir Revierförster Stricker und Grundbesitzer Rufibach für die Zusammenarbeit – wir sind gespannt.

Fünf vor zwölf für die Feldlerche

Fünf vor zwölf für die Feldlerche

Die Feldlerche droht aus dem Kanton zu verschwinden – dies das vorläufige Fazit aus dem Monitoring, welches BirdLife Zürich und der Kanton in Auftrag gegeben haben. Es wurde im Rahmen eines Zusatzprojekts zum Avimonitoring im April/Mai 2017 durchgeführt. Die Resultate lassen aufhorchen:
•     Von 257 im Jahr 2008 besetzten Landschaftsräumen von je rund 50 ha Grösse waren 2017 noch 105 besetzt. Das entspricht einer Abnahme um 60%
•     Die Anzahl Reviere nahm um über 50% ab, von 493 auf 226 Brutpaare
Höchste Zeit für Gegensteuer: Bereits seit einigen Jahren ist der Andelfinger Naturschutzverein daran, in den (noch verbleibenden) Schwerpunktgebieten der Art im Weinland gezielte Fördermassnahmen umzusetzen. Der Verein setzt dabei auf eine enge Beratung der Landwirte und übernimmt auch angemessene Prämien für solche Bauern, die sich mit Massnahmen beteiligen.


Diese Vorgehensweise scheint zu diesem Zeitpunkt das einzige adäquate Mittel für die Feldlerche zu sein. BirdLife Zürich darf sich die Methode zu Nutze machen und von den Erfahrungen des Andelfinger Projekts profitieren. In Stadel und in der Region Steinmaur-Wehntal lanciert BirdLife Zürich zwei Feldlerchenprojekte, die auf dem Andelfinger System basieren. Eine zentrale Funktion haben unsere lokalen VertreterInnen der Naturschutzvereine: Sie nutzen ihr lokales Netzwerk, um Bauern für ein Mitmachen zu gewinnen. Zum Teil beraten sie die Landwirte auch selber zu möglichen Massnahmen. Das sind unter anderem die bekannten Biodiversitäts-Förderflächen wie Bunt- und Rotationsbrachen, aber auch Massnahmen auf den Äckern selber wie Lerchenfenster oder weite Reihen im Getreide. Ziel ist, ein möglichst dichtes Netz an geeigneten Strukturen und Kulturen für die Feldlerche zu schaffen. Die Erfahrung zeigt nämlich, dass vereinzelte Lerchenfenster oder verstreute Massnahmen alleine nicht den gewünschten Erfolg für die Lerche bringen.
Das Pilotjahr der Projekte finanziert neben anderen die Fachstelle Naturschutz. Der Kanton unterstreicht damit seine Verantwortung für die Feldlerche, welche er damit wahrnehmen will. Die aktuelle Bestandeserhebung dient den Projekten als Grundlage.


Hoffen wir, dass es im Fall unserer Feldlerche mit der Förderung noch nicht zu spät ist. In zahlreichen anderen Fällen der Artenförderung sind Fördermassnahmen zu spät gekommen, nämlich dann, wenn der Restbestand bereits unter eine kritische Grenze gefallen war. Ob es im Fall der Feldlerche eine solche gibt, und wo diese liegt, wissen wir nicht. Sicher ist: Ohne sofortige Massnahmen wird ihr wunderbarer Gesang in absehbarer Zeit im Kanton Zürich nicht mehr zu hören sein.

 

 

Blumiges Leben zwischen den Reben...

Blumiges Leben zwischen den Reben...

Das Projekt «Kulturlandschaft Burghölzli» des WWF der Stadt Zürich bildet den Rahmen für die Rebberg-Aufwertungen am Burghölzli-Hügel. Grün Stadt Zürich als Grundbesitzerin finanziert einen Grossteil des Vorhabens. Eine der geplanten Massnahmen zielt darauf ab, aus den artenarmen Fahrgassen zwischen den Rebreihen blüten- und artenreiche Streifen zu machen. Dabei ist von zentraler Bedeutung, dass die künftige Bewirtschaftung des Streifens ins Konzept passt: Zeitpunkt, Rhythmus und die für die Pflege nötigen Maschinen müssen zum Betrieb passen. Zu diesem Zweck hat BirdLife Zürich den Experten Johannes Burri beauftragt, in Absprache mit Weinbauer Zeljkovic eine massgeschneiderte Samenmischung zusammenzustellen. Dieser hat das Saatbett in den Fahrgassen vorbereitet, das Erdreich sich setzen lassen und angesät. Wir sind sehr gespannt, ob und wie sich der gewünschte Blütenreichtum entwickeln wird. Als Knacknuss erweist sich der Standort der geplanten Trockenmauer-Elements: sowohl landschaftsästhetisch als auch statisch muss das Bauwerk hohen Ansprüchen genügen. Da bisher keine befriedigende Lösung gefunden wurde, ist ein alternativer Standort in Diskussion, bei dem die ökologische Wirkung der Mauer im Vordergrund steht.

...und Bestäuberzvieri im Obstgarten

Der Rebbaubetrieb Strauss in Rickenbach ist als Bio-Betrieb bestrebt, Natur und Landwirtschaft unter einen Hut zu bringen. Im Rahmen eines «Vögel im Aufwind»-Projekts sollen Rebflächen, Obstgärten und weitere Flächen mit Strukturen, Einsaaten und Pflanzungen einen Mehrwert für Flora und Fauna der trockenen und warmen Lebensräume bringen.
Wildbienen spielen für die Bestäubungsleistung von Obst eine wichtige Rolle. Um sie zu fördern, brauchen sie nicht nur Nistgelegenheiten in Form von grabbarem Bodensubstrat oder Altholz, sondern auch ein entsprechendes Futterangebot. Spezialisten unter den Wildbienen sind auf eine einzige Blumenart als Pollenquelle angewiesen, Generalisten können sich auf verschiedenen Pflanzenarten ernähren. Mit einem breiten Spektrum an Blumenarten lässt sich also auch eine grosse Palette an möglichen Bestäubern fördern. Zu diesem Zweck hat Landwirt Strauss aus Rickenbach einige Streifen zwischen den Obstbäumen mit einer speziellen Bestäubermischung angesät. Falls frostbedingt die Obsternte dürftig ausfällt, so profitiert doch die Vielfalt von den Einsaten.

 

 

Engagement für naturnahe Rebberge geht weiter

Engagement für naturnahe Rebberge geht weiter

Auch unter dem Dach der neuen Kampagne «Vögel im Aufwind» wird BirdLife Zürich mehr Natur in die Reben bringen. Die aktuellsten Vorhaben sind in der Stadt Zürich und in Rickenbach in Entstehtung. Der Burghölzlihügel als Oase der Vielfalt steht im Fokus des Projekts «Lebensraum Kulturlandschaft Burghölzli» der WWF Regionalgruppe Zürich. BirdLife Zürich hat in diesem Rahmen die Möglichkeit, mit anderen Partnern zusammen die Rebberge des Burghölzli mit Strukturen aufzuwerten. Die Umsetzung der Massnahmen erfolgt voraussichtlich im kommenden Frühling.


In Rickenbach bereiten wir ein weiteres Projekt vor: Auf den Flächen der Familie Strauss lassen sich spannende Lebensräume schaffen. Insbesondere in den Fahrgassen zwischen den Reben und den Hochstamm-Obstbäumen sollen blütenreiche Streifen einerseits die Wildbienenfauna stärken und gleichzeitig die Bestäubung dieser Obstbäume sichern. Die ersten Ideen sind vielversprechend und wecken Lust auf mehr – noch ist es aber ein langer Weg zur Verwirklichung. Wir bleiben dran!