Deponie statt 400-jährige Eichen?

Deponie statt 400-jährige Eichen?

 

Der Kan­tonsrat hat am 29. März 2021 die Teil­revision 2017 des kantonalen Richt­plans verabschiedet und damit unter anderem die planerische Grundlage für die Deponieerweiterung Chalberhau im Rümlang gelegt.

 

Es scheint, dass sich der Kantonsrat bei diesem Entscheid nicht bewusst war, dass dafür ein Wald mit einer Vielzahl an alten wertvollen Bäumen verschwindet, der verschiedenen hochspezialisierten und seltenen Tierarten Lebensraum bietet. Unter anderem wurden zum Beispiel der Plattnasen-Holzrüssler (Gasterocercus depressirostris) oder der Binden-Schwarzkäfer (Corticeus fasciatus), zwei sogenannte Urwald-Reliktarten, hier festgestellt. Neben diversen weiteren (seltenen) Käferarten leben auch Mittelspecht, Fledermäuse und Nachtfalter in der Chalberhau. Schwer vorzustellen, dass dafür ein Ersatz geschaffen werden kann.

 

Zwei Naturfachleute erklären bei einem Rundgang, warum der Verlust dieser Bäume noch viel weiter greift: Artikel im Züricher Unerländer vom 1. Juni 2021. (PDF, 1.9 Mb)

 

 

Kantonsrat will vogelfreundliches Bauen

Kantonsrat will vogelfreundliches Bauen

 

Jährlich verenden Millionen von Vögeln in der Schweiz an Glasscheiben. Der Kantonsrat nimmt sich dieses Problems nun endlich an: BirdLife Zürich ist hocherfreut, dass der Rat Ende April eine entsprechende Parlamentarische Initiative überwiesen hat.

 

Unsere Medienmitteilung vom 26. April 2021 (PDF, 261 Kb)

 

 

Umweltziele für den Kanton Zürich 2019-2023

 

Gemeinsam mit unseren Partnern Pro Natura Zürich und WWF Zürich haben wir drei Umweltziele für die laufende Legislatur des Zürcher Kantonsrates formuliert.

 

1. Der Kanton saniert seine ungenügende ökologische Infrastruktur

Der Zürcher Natur geht es schlecht, die natürliche Vielfalt nimmt rasch und stark ab. Viele Tier- und Pflanzenarten kommen nur noch in kümmerlichen Restbeständen vor und stehen vor dem Aussterben. Kein Wunder, denn in weiten Gebieten unseres Kantons können sie nicht leben. Natürliche und naturnahe Lebensräume sind zu klein und isoliert, und sie haben oft zu wenig ökologische Qualität. Kurz: Die ökologische Infrastruktur im Kanton Zürich ist ungenügend, viele Tier- und Pflanzenarten können damit nicht langfristig überleben. Für Natur und Mensch ist es dringend, dass der Kanton den rasanten Artenrückgang stoppt, den Mangel an vielfältigen Lebensräumen wie auch deren mangelhafte Qualität behebt und die Ressourcen und Instrumente den ökologischen Herausforderungen anpasst.

 

2. Der Kanton begrenzt den Bauboom ausserhalb der Bauzone

Die ausufernde Bautätigkeit ausserhalb der Bauzone zersiedelt und zerschneidet unseren Kanton, verdrängt die Natur und erzeugt hohe Infrastrukturkosten. Damit Freiräume für die Natur und unsere Nachkommen bestehen bleiben, muss der Kanton die Zersiedelung und Zerschneidung der Landschaft stoppen und die Beeinträchtigung der schönsten Zürcher Landschaften verringern.

 

3. Der Kanton reduziert seine unverantwortlich hohe Klimabelastung

Der Kanton Zürich trägt kräftig zum menschgemachten Klimawandel bei. Wir verbrauchen sehr viel Energie und produzieren zu viel schädigende Klimagase. Es ist höchste Zeit, dass der Kanton – auch unter Schonung besonderer Natur- und Landschaftswerte – seine Treibhausgas-Emissionen bis 2040 auf netto Null senkt.

 

 

März 2019: Weichenstellung für eine naturfreundlichere Politik

 

Wie sich Natur und Umwelt entwickeln, wird wesentlich in der kantonalen Politik bestimmt. Der Kantonsrat hat in der vergangenen Legislatur häufig gegen die Interessen der Natur entschieden. Am 24. März 2019 haben die StimmbürgerInnen ein klares Zeichen für eine naturfreundlichere Politik gesetzt. 

 

Zu einer Übersicht der Resultate der Kantons- und Regierungsratswahlen 2019 geht es hier.