Bild: Orniplan AG
Bild: Orniplan AG

Studie im Auftag von BirdLife Zürich:
Knapper Lebensraum am Fluss für Vögel

Bäche und Flüsse durchziehen unsere Landschaft wie offene Lebensadern. Von der Quelle bis zur Mündung sind grosse, meist ununterbrochene, reich verästelte Fliessgewässernetze mit grossem Einzugsgebiet entstanden. Starke Niederschläge und grosse Schneeschmelzen führen natürlicherweise zu Hochwassern, die das Fassungsvermögen dieser Fliessgewässer teilweise übersteigen. Deshalb hat der Mensch sie schrittweise und mit grosser Anstrengung gezähmt und gebietsweise in Rohre unter die Erde verlegt. Hochwasserereignisse sind trotz dieser Massnahmen nicht aus der Welt geschafft. Im Gegenteil hat sich in den vergangenen Jahrzehnten gezeigt, dass das Kanalisieren und Einengen von Bächen und Flüssen zu neuen Problemen führt, ja teilweise kontraproduktiv wirkt. Als Reaktion darauf verpflichtet das neue Gewässerschutzgesetz die Kantone dazu, Fliessgewässer zu revitalisieren. In 80 Jahren sollen schweizweit etwa 25% der insgesamt 10‘000 km wieder in einen natürlichen bis naturnahen Zustand zurück geführt werden. Doch worauf kommt es an, damit eine Revitalisierung aus ornithologischer Sicht gelungen ist? Um dies zu beantworten, hat die Orniplan AG im Auftrag von BirdLife Zürich und dem kantonalen Amt für Wasser, Energie und Luft AWEL eine Studie erstellt. Darin werden die Situation der Brutvögel an Fliessgewässern im Kanton Zürich analysiert, Defizite identifiziert und Förderungsmassnahmen beschrieben.

 

 

Das Wichtigste in Kürze

  • Von den 139 Brutvögeln im Kanton Zürich lebt ein Viertel ausschliesslich oder bevorzugt in der Nähe von Fliessgewässern.
  • Nur gerade 3,9 Prozent (70 km) der Fliessgewässerstrecke hat einen hohen bis sehr hohen Wert für die Brutvögel
  • Viele für Brutvögel relevante Strukturen werden durch dynamische Prozesse, sprich Hochwasser mit Uferanrissen, Kies, Sand- und Schlickablagerungen geschaffen
  • Der Schlüssel, um die Lebensbedingungen für Brutvögel an Fliessgewässern zu verbessern, liegt in grossen, gut gepflegten Gewässerräumen mit vertikalen Strukturen

 

Hier finden Sie die ganze Studie (PDF, 4.5 Mb), einen Flyer (PDF, 1.3 Mb) mit dem Wichtigsten in Kürze und weitere Informationen zum Lebensraum Fliessgewässer. Die Autoren Mathias Ritschard und Martin Weggler haben in der Fachzeitschrift WEL einen längeren Beitrag (PDF, 0.9 Mb) dazu geschrieben. Und hier geht es zur Berichterstattung der Limmattaler Zeitung.