KursleiterInnen suchen neue Wege des Unterrichts

 

Mit dem Corona-Lockdown waren auch die KursleiterInnen unserer Kurse vor ungewohnte Herausforderungen gestellt. Von einem Tag auf den anderen mussten sie ihren Unterricht von der Natur in die digitale Welt verlegen. Drei von ihnen haben ihre Erfahrungen mit uns geteilt.

 

Monika Senn leitet mit Stefan Heller und Marc Weiss den Feldornithologiekurs 20/21. Sie hat kurzerhand ihre Powerpoint-Präsentation vertont und angereichert mit Klängen, Beobachtungstipps und Übungen. Wie viele andere musste auch sie sich innert Kürze neues technisches Wissen aneignen. Über eine gemeinsame Whats-App-Gruppe findet Austausch statt: Einmal schickt eine Teilnehmerin eine Vogelstimme, weil sie sich bei der Bestimmung nicht sicher war, ein andermal sorgt Monika Senn mit einem Quiz für Abwechslung. In den Augen der Kursleiterin ist es insbesondere für ältere ehemalige GrundkursteilnehmerInnen wichtig, dass ihr Bewusstsein dafür bestehen bleibt, was momentan in der Natur passiert. Deshalb ist ihre wichtigste Message an ihre StudentInnen: «Seid aufmerksam was geschieht, geht unter Berücksichtigung der Vorschriften raus, so lernt ihr am meisten und Eure Freude wird gross sein.»

 

Simon Crameri, welcher mit Benjamas Ramsauer den Vertiefungskurs Feldbotanik leitet, berichtet von einer eintägigen Zoom-Session, welche anstelle einer Ganztages-Exkursion stattgefunden hat. Zoom ist eine Kommunikationsplattform für Videokonferenzen mit mehreren Teilnehmern, eine Art virtuelles Klassenzimmer, wo – für die Fortgeschritteneren – auch Gruppenarbeiten stattfinden können. Für Simon Crameri war wichtig, dass genügend Interaktion stattfindet: «Ansonsten werden die Leute schnell müde». Auch genügend Pausen seien wichtig. Ganz ersetzen kann Zoom den hier vorgesehenen Unterricht laut Simon Crameri aber trotzdem nicht: Der Vertiefungskurs Feldbotanik besteht hauptsächlich aus Exkursionen und das Online-Lernen ersetzt das unmittelbare Erleben von Arten und ihren Lebensräumen nicht. 

 

Auch Andrea Fürers Wildkräuterkurs hätte eigentlich in der Natur stattfinden sollen. Sie hat sich kurzerhand dazu entschlossen, ihre Lektionen mit ihrer Handy-Kamera draussen in der Natur aufzunehmen. Nach einem kurzen Intro-Video, produziert sie für jedes Thema kurze Clips: Löwenzahn, Schlüsselblume, Bärlauch usw. Ein Beispiel kann man hier ansehen. Es habe schon auch Mut gebraucht, so ohne Vorwissen vor die Kamera zu stehen, berichtet Andra Fürer, und es hätte auch einige Anläufe gebraucht. Aber letztlich habe sie auch gelernt, sich präziser auszudrücken, weil das Video ja keine Gelegenheit für Rückfragen bietet.

 

Bei BirdLife Zürich hat sich Jacqueline Schlosser, die Bereichsleiterin Ausbildung, Gedanken dazu gemacht, wie sie «ihre» KursleiterInnen in dieser besonderen Situation besser unterstützen kann und hat kurzerhand ein «Webinar» zum Thema digitale Kursleitung durchgeführt. Neben dem Technischen möchte sie vor allem die didaktischen Herausforderungen eines Online-Unterrichts beleuchten und Tips vermitteln, wie man den virtuellen Unterricht interaktiv und somit abwechslungsreich gestalten kann.